Der Steher Rad-Sport

Beim Steherrennen fährt der Radrennfahrer (Steher) hinter einem Schrittmacher auf dem Motorrad in dessen Windschatten und erreicht so über lange Distanzen hohe Geschwindigkeiten. Dabei sitzt der Schrittmacher sehr aufrecht auf seiner Maschine und trägt einen speziellen Lederanzug, so dass ein großer Windschatten geboten werden kann. Der Steher versucht diesen Windschatten optimal zu nutzen und fährt sehr dicht hinter dem Motorrad. Um die Unfallgefahr zu reduzieren, ist eine frei bewegliche Rolle hinter dem Motorrad angebracht. Der Steher versucht, so dicht wie möglich an diese Rolle ranzufahren. Verliert er sie, kommt er aus dem Windschatten und verliert augenblicklich enorm an Geschwindigkeit. Der umgangssprachlich genutzte Spruch „von der Rolle sein“ kommt übrigens genau von diesem „Rolle verlieren“.

Die Fahrräder der Steher sind Sonderanfertigungen. Wie alle Bahnräder haben sie weder eine Schaltung noch Bremsen oder einen Freilauf. Das Abbremsen von teilweise über 80 km/h erfolgt allein durch Muskelkraft.
Um den hohen Druckbelastungen in den Kurven ausreichend Stabilität entgegenzusetzen, sind sowohl die Lenker als auch die Sattelstützen mit Extra-Streben verstärkt. Die enorme Übersetzung ermöglicht den Stehern, die hohen Geschwindigkeiten auch zu treten, verlangt aber, dass die Steher beim Start angeschoben werden müssen.

Die Schrittmacher-Maschinen sind von unterschiedlichen Marken (BMW, Honda, AWO). Sie werden von Sportvereinen mit Steherteams betreut und gepflegt. Für unseren „Ostsee-Preis der Steher“ im Rahmen der Ostsee-Rad-Klassik holen wir uns immer die alten AWOs vom SSV Heidenau.

Weitere Informationen:
Stehersport (Wikipedia)
Simsonwerke (Wikipedia)

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